1901 wurde das Grundstück in der Schillerstraße 4 erworben und bebaut. Das Hintergebäude umfasste den Saal mit 300 Sitzplätzen im Vorderhaus gab es acht Wohnungen und zwei Geschäftsräume. 1902 folgte die Einweihung. In den folgenden Jahren wuchs die Arbeit mit den verschiedenen Arbeitsbereichen stark an. Der Saal musste auf 900 Sitzplätze erweitert werden. Aus diesen Aufbaujahren sind noch eine ganze Reihe Einrichtungen in Erinnerung, die es auch heute wieder in veränderten Form gibt.
1905 wurde ein großes Gartengrundstück an der Fulda erworben. Gottesdienste im Sommer wurden da gefeiert, und es diente den Menschen der Altstadt als "Naherholungsgebiet", wie wir heute sagen würden.
1906 kam ein Männerwohnheim mit angegliederter Schneiderei, Schuhmacherei, Gärtnerei, Flechterei und Schlosserei dazu.
1913 entstand eine "Schrippenkirche" nach Berliner Vorbild. Bald darauf gründete sich eine Schwesternstation.
1939: Die nach Kriegsbeginn bald eingesetzten Bombenangriffe mit der Zerstörung aller Gebäude setzten der Arbeit ein zwischenzeitliches Ende.
Nach 1945 gab es einen zaghaften Neubeginn unter schwierigen Umständen. Einige Jahre fanden die Zusammenkünfte in Privatwohnungen statt und das Kurhessische Diakonissenhaus gewährte Gastrecht. In der Kirchditmolder Kirche konnte dann in einer schlichten Feier das 50-jährige Bestehen gefeiert werden.
1951 konnten durch Spenden der Mitglieder ein Grundstock gebildet werden für den Wiederaufbau in der Schillerstraße. Durch viel Eigenleistung, zum Beispiel bei der Trümmerschuttbeseitigung, konnte ein Provisorium bezogen werden: ein Saalgebäude mit Nebenraum.
1954: Das blaue Kreuz in Kassel hatte wieder ein Zuhause, und ein neuer Abschnitt der Arbeit konnte beginnen.
Durch persönlichen Einsatz und große Treue der Mitglieder, die sich allmählich wieder zusammenfanden, konnten die Aufgaben bewältigt werden und die Blaukreuz-Arbeit stabilisierte sich wieder.
Um so größer waren dann die Herausforderungen, als das Grundstück auf Antrag der Stadt Kassel geräumt werden musste. Im Nachhinein kann man sagen, dass das ein Geschenk Gottes war. Es wurde bald ein geeignetes Haus in der Landgraf-Karl-Straße 22 gefunden und wurde nach Umbaumaßnahmen am 23. Juli 1967 eingeweiht.
Der Verein hatte wieder mehr Räumlichkeiten zu Verfügung und sogar ein Rehabilitationheim wurde geplant mit 38 betten und bald auch eröffnet.
Daraus entwickelte sich einige Jahre später die jetzt bestehende Fachklinik und dann weitere Facheinrichtungen - eine Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle - Ambulante Therapie - Betreutes Wohnes - das Katharina-Wittenburg-Haus. Über diese Einrichtungen wird an andere Stelle mehr berichtet.
1990 konnte das Haus Landgraf-Karl-Straße 26 erworben werden. Hier wurde 1992 das Begegungszentrum des Blauen Kreuzes eingeweiht. Und das Blaue Café konnte als zusätzliches Angebot eröffnet werden.